Galerie 3AP
Galerie 3AP
H&H (confidential)
an oyster can’t read
an oyster can’t read this bringt drei (?) künstlerische Positionen zusammen, die sich mit Orientierung, Wahrnehmung und Instabilität beschäftigen.
Der Titel beschreibt einen Zustand des Nicht-Lesbaren: Räume, Systeme und Umwelten entziehen sich klarer Übersetzung. Statt eindeutiger Informationen entstehen Fragmente, Bewegungen, Atmosphären und sensorische Erfahrungen. Die Ausstellung versteht sich deshalb weniger als lineare Erzählung, sondern als räumliches Gefüge aus Wahrnehmung, Desorientierung und Beziehung.
Im Zentrum steht die Frage:
Wie orientieren wir uns innerhalb komplexer ökologischer, urbaner und körperlicher Systeme?
Gemeinsam eröffnen die drei Positionen einen Ausstellungsraum, in dem Stadt, Körper, Umwelt und Erinnerung nicht getrennt voneinander erscheinen, sondern als miteinander verflochtene Systeme. Zeichnung, Installation, Geruch, Material und Architektur werden dabei zu Medien einer erweiterten Wahrnehmung.
„an oyster can’t read this“ beschreibt damit auch die Grenzen menschlicher Ordnungssysteme:
Nicht alles lässt sich entschlüsseln, kontrollieren oder eindeutig lesen. Die Ausstellung schlägt stattdessen Formen von Aufmerksamkeit vor, die auf Resonanz, Bewegung und Koexistenz beruhen.
Nadine Karl
„When Water DisAPPEARS“ ist eine raumgreifende Installation über Wasser, Ressourcen, weibliche Sichtbarkeit und unser Verhältnis zur Umwelt.
Im Zentrum stehen neu interpretierte historische Brunnenfiguren, die mit Bildern aus der Atacama-Wüste in Chile sowie maritimen Mikroorganismen kombiniert werden. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen Mensch, Natur und Ressourcenknappheit.
Die Arbeit verbindet Bild, Raum, Material und Geruch zu einer immersiven Erfahrung.
Die Installation verbindet feministische und ökologische Fragen miteinander und schafft einen sinnlichen Erfahrungsraum über:
- Wasser
- Verletzlichkeit
- Ressourcen
- Körper
- Zeit
- Koexistenz
Es geht darum, unsere Beziehung zur Umwelt neu wahrzunehmen.
Lara Werth
Die Arbeit von Lara Werth bewegt sich zwischen urbaner Zeichnung, persönlicher Bewegungserfahrung und Erinnerung.
Im Zentrum stehen großformatige, extrem dichte Zeichnungen von Stadtlandschaften, die wie mentale Karten oder Erinnerungsräume wirken. Architektur, Stromleitungen, Wege, Fightclubs, Brücken, Tiere und Landschaften überlagern sich zu fragmentierten Bildwelten.
Die Arbeiten entstehen aus persönlichen Bewegungen durch Städte und Trainingsorte — etwa tägliche Wege zum Kampfsporttraining, Reisen nach Moskau oder Aufenthalte in verschiedenen urbanen Räumen. Dadurch wirken die Zeichnungen wie innere Stadtarchive oder psychogeografische Karten.
Wichtige Motive sind:
- Orientierung und Verlorengehen
- Bewegung durch urbane Räume
- Erinnerung und Überlagerung
- Training und Wiederholung
- Wahrnehmung von Stadt als emotionaler Zustand
Werk entstand während einer Residency in der Cité des Arts in Paris
-> einem urbanen Mikrokosmos, der selbst wie eine Stadt in der Stadt funktioniert
Jacqueline Hen
Die Arbeit von Jacqueline Hen bewegt sich zwischen Zeichnung, Raum, Bewegung und Wahrnehmung. Ausgangspunkt ihrer aktuellen Werkserie ist die Frage, wie Körper Räume emotional und physisch erfahren — insbesondere in Momenten von Instabilität, Schweben oder Orientierungslosigkeit.
Ihre Arbeiten untersuchen fragile Zustände zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, Stabilität und Auflösung. Linien, Überlagerungen und räumliche Strukturen wirken wie Nervensysteme, Netze oder mentale Kartografien.
Besonders wichtig ist dabei das Verhältnis von Körper und Raum:
Wie verändert sich Wahrnehmung, wenn Orientierung instabil wird?
Wie reagieren Menschen auf Spannung, Bewegung und Unsicherheit?
Die Arbeiten erzeugen häufig ein Gefühl von:
- Schweben
- Verdichtung
- Resonanz
- Fragmentierung
- körperlicher Präsenz im Raum
Dabei entstehen installative Situationen, die weniger als abgeschlossene Bilder funktionieren, sondern vielmehr als räumliche Erfahrungsfelder.
optional: Julie Mia
optional: Camie Klein
optional: Joschua Yesni Arnaut
Roberto Barbosa