D Manche Ausstellungen behaupten Klarheit. »ungerne« tut das nicht. Der Titel selbst setzt einen Widerstand: Was abgelehnt wird, bleibt zugleich wirksam. Die erste Einzelausstellung von Joshua Yesni Arnaut in der Galerie 3AP kreist um Zustände zwischen innerer Aufmerksamkeit und äußerer Zuschreibung. Immer wieder treten andere Handschriften hinzu. Autorenschaft verschiebt sich, wird durchlässig, ohne sich aufzulösen. Der Ausstellungsraum ist dabei nicht neutral. Er bringt eine eigene Spannung mit: historisch, körperlich, akustisch. Er verdichtet die Arbeiten und setzt sie unter Druck. Es geht um ein Hören, das keine Klarheit verspricht. Eher um das Registrieren von Verschiebungen, von Störungen im Rhythmus. Systeme, die Orientierung geben sollen (körperlich, kulturell, sozial) geraten ins Stocken. Sie funktionieren noch, aber anders. Auch im Sozialen bleibt nichts fest. Fragen nach Authentizität, Aneignung und Zugehörigkeit stehen im Raum, ohne entschieden zu werden. Kulturelle Zeichen zirkulieren, kippen, entziehen sich. Was nach Zugehörigkeit aussieht, kann ebenso gut deren Gegenteil sein. Diese Ausstellung hält genau diesen Zustand offen. Widersprüche werden nicht aufgelöst, sondern ausgestellt.
EN Some exhibitions claim clarity. »ungerne« does not. The title itself introduces a resistance: what is refused remains active at the same time. The first solo exhibition by Joshua Yesni Arnaut at Galerie 3AP revolves around states between inner attention and external attribution. Again and again, new traces of authorship appear. Authorship shifts, becoming permeable without dissolving entirely. The exhibition space is not neutral. It brings its own tensions: historical, physical, acoustic. It condenses the works and places them under pressure. What is at stake is a form of listening that does not promise clarity – rather, it is about registering shifts, disturbances in rhythm. Systems that are meant to provide orientation (physical, cultural, social) begin to stall. They still function, but differently. Nothing remains fixed in the social sphere either. Questions of authenticity, appropriation, and belonging linger without being resolved. Cultural signs circulate, tilt, and slip away. What appears to signal belonging may just as well be its opposite. This exhibition keeps precisely that state open. Contradictions are not resolved but put on display.
opening 25.04.2026, 2-4 PM, curated by Aileen Treusch with a text by Alex Leo Freier