Galerie 3AP
Galerie 3AP
Art Düsseldorf 2026 – Preview
Die Galerie freut sich, ihre zweite Teilnahme an der Art Düsseldorf 2026 anzukündigen. In diesem Jahr präsentiert sie einen gemeinsamen Messestand mit Arbeiten von Joschua Yesni Arnaut, Roberto Barbosa, Jacqueline Hen und Lara Werth unter dem kuratorischen Titel „Ich“.
Die Präsentation vereint vier eigenständige künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Fragen von Identität, Erinnerung und Körperlichkeit auseinandersetzen. In den Medien Fotografie, Skulptur, Malerei, Installation und Zeichnung entstehen Werke, die sich mit Präsenz, Transformation und der Konstruktion des Selbst beschäftigen. Im Dialog mit den Leitthemen der Art Düsseldorf 2026 – Panic Attack und Cosmic Feel – lädt der Stand dazu ein, über die Wechselwirkungen zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Narrativen sowie deren Einfluss auf Wahrnehmung und Erfahrung nachzudenken.
Rahmenprogramm zur Messe in der Galerie hier
Joschua Yesni Arnaut
Joschua Yesni Arnaut (*1989, Frankfurt am Main) arbeitet medienübergreifend. Seine Werke untersuchen die Verflechtungen von Körper, Erinnerung und Raum und hinterfragen autobiografisch geprägte Narrative von Macht, Männlichkeit und Verletzlichkeit. Dabei entstehen Arbeiten, die sowohl intime Reflexion als auch gesellschaftliche Fragestellungen adressieren.
„In Precious Pressure (2026) materialisiert sich das Stethoskop als lebensgroße Skulptur. Ein Diagnosewerkzeug, das traditionell dazu dient, Körperfunktionen zu dechiffrieren. Als Selbstkommentar reflektiert diese Arbeit meine Auseinandersetzung mit den wiederkehrenden Tendenzen der nahezu neurotischen Symptomfindung in meiner eigenen Biografie: dem oft unbewussten Lauschen auf innere Prozesse, dem Abhorchen von Zuständen und den Druckpunkten, die sich im Laufe eines jeden Lebens ereignen.“ (Arnaut)
Indem das Stethoskop in seine formalen Elemente aufgelöst wird und in den linken sowie rechten Ohrkanal die Worte „precious“ und „pressure“ eingearbeitet sind, entsteht eine dialektische Spannung. Es verweist auf die Zerbrechlichkeit und Kostbarkeit zwischen Empfindsamkeit und Belastung, zwischen einem inneren Klangraum und dem äußeren Anspruch, Sinn zu hören, dort wo er nicht immer eindeutig zu finden ist.
Joschua Yesni Arnaut
Precious Pressure, 2026
PLA, Epoxy, Steel, Glasfaster, Lack, 3+1
207 x 100 x 120 cm (H x B x T)
Roberto Barbosa
Roberto Barbosa (*1990) setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit Fragen von Macht, Identität und Raum auseinander. In einem interdisziplinären Ansatz, der Performance, Zeichnung, Skulptur, Video und architektonische Modelle umfasst, entwickelt er physisch und konzeptuell erfahrbare Situationen, in denen sich die Beziehungen zwischen Körpern, sozialen Strukturen und gebauten Umgebungen verdichten.
Auf der Art Düsseldorf zeigt die Galerie die Arbeit Cruz de Lilies (2025): ein monumentales Kreuz aus Holzplatten, in Stahl gefasst, das die Formensprache einer Lilie aufgreift und zugleich irritierend transformiert. Die Pflanze – traditionell mit Reinheit, Fragilität und oft auch weiblich konnotierten Symboliken verbunden – wird hier mit männlich codierten Attributen aufgeladen. In dieser Verschiebung entsteht ein Spannungsfeld, das etablierte Zuschreibungen von Geschlecht und Symbolik unterläuft. Barbosas Arbeit lässt sich im Kontext aktueller Diskurse um Männlichkeit, Körperpolitik und Transidentität lesen. Cruz de Lilies verhandelt nicht nur die Fragilität vermeintlich stabiler Identitätskategorien, sondern öffnet einen Raum, in dem sich Geschlecht als fluide, kulturell geprägte und machtstrukturierte Konstruktion zeigt. Zwischen sakraler Anmutung und körperlicher Präsenz hinterfragt die Skulptur normative Vorstellungen von Männlichkeit und lädt dazu ein, Identität als wandelbaren und vielschichtigen Prozess zu begreifen.
Roberto Barbosa
Cruz de Lilies, 2025
Bleistift auf Holz, Stahl
220 x 185 cm (H x B)
*zur Messe wird eine neue Arbeit aus der Serie präsentiert
Jacqueline Hen
Jacqueline Hen (*1989) arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Lichtinstallation und räumlicher Versuchsanordnung. Sie wurde mit dem Light Art Award Unna ausgezeichnet und hat eine internationale Ausstellungspraxis entwickelt, mit Stationen unter anderem in Hongkong, San Francisco und Paris. Hen studierte an der Universität der Künste Berlin sowie am Art Center College of Design in Los Angeles und war im Studio von Tomás Saraceno tätig. Neben ihrer künstlerischen Arbeit widmet sich Hen auch der Forschung und Lehre zu zeitgenössischen Gestaltungsansätzen. Dabei untersucht sie Prinzipien wie Interaktion, Rhythmus und räumliche Wahrnehmung.
Im Kontext der Präsentation „Ich“ untersucht Jacqueline Hen Wahrnehmung als räumliche und zeitliche Erfahrung und erweitert damit den Blick auf das Selbst als etwas Prozesshaftes und Situatives. Gezeigt wird ihre H-Serie, in der sie das Zusammenspiel von Licht, Oberfläche und Architektur in reduzierten, materialbasierten Bildobjekten erforscht. Die Arbeiten entfalten sich situativ – geprägt von Bewegung, wechselnden Lichtverhältnissen und der sich verändernden Position der Betrachtenden – und machen Wahrnehmung als dynamischen, instabilen Prozess erfahrbar. Zwischen Farbe und Graustufen, Präsenz und Auflösung entstehen atmosphärische Bildräume, in denen sich Bild und Oberfläche in einem kontinuierlichen Zustand der Transformation befinden.
Jacqueline Hen
H.7.4-6
Holz, Folie, Alu, Acryl, Lack
200 x 90 x 4 cm (H x B x T)
Lara Werth
Lara Werth (*1996, Bonn) schloss 2024 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ab, wo sie zuletzt bei Katharina Wulff studierte zuvor in der Klasse von Siegfried Anzinger. Ihre Arbeiten finden zunehmend Anerkennung in Deutschland und darüber hinaus; zu den jüngsten Auszeichnungen zählen der Preis der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf (2025) sowie das Van-Rinsum-Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris (2025). Im Jahr 2025 wurde sie zudem für eine Residency am Ammersee ausgewählt, organisiert in Zusammenarbeit mit der JES Kulturstiftung und dem BBK Bayern.
WDR Beitrag 11.04.2026, Western
„Mit Edding, Acrylmarker, Kreide, Ölstift und Tusche bringt sie phantasievolle dystopische Stadträume auf Papier, kombiniert mit Naturszenen. Doch Lara Werth ist nicht nur Künstlerin, sie ist auch professionelle Kampfsportlerin, war Weltmeisterin im Kickboxen und Muay-Thai Champion. Kampfsport und Kunst – zwei Welten, die bei ihr erstaunlich gut zusammenpassen.“
Lara Werth überführt Eindrücke aus Reisen, urbanen Räumen und Landschaften in detailreiche Zeichnungen. Ihre Arbeiten verbinden reale und imaginäre Elemente zu komplexen Bildwelten, in denen urbane Strukturen, schwebende Architekturen und hybride Lebensformen aufeinandertreffen und eine poetische, beinahe kosmische Bildsprache entfalten.
Lara Werth
ohne Titel, 2026
Edding, Acrylmarker, Kreide, Ölstift, Buntstift und Tusche
175 x 75 cm (H x B) / beide
Art Düsseldorf 2026 Pressefotos